{"id":1615,"date":"2009-09-16T04:01:30","date_gmt":"2009-09-16T02:01:30","guid":{"rendered":"https:\/\/acureus.com\/?p=1615"},"modified":"2009-09-16T04:05:51","modified_gmt":"2009-09-16T02:05:51","slug":"sternenklarer-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.acureus.com\/?p=1615","title":{"rendered":"Sternenklarer Himmel"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe sehr flexible Arbeitszeiten. Heute, oder eigentlich gestern, habe ich beispielsweise von 17:00 Uhr bis 00:45 gearbeitet. Die R\u00fcckfahrt von der Arbeit war ganz witzig, wovon ich euch singen und sagen will.<br \/>\nIch nahm die letzte U-Bahn und fand darin eine Zeitung. Es war sogar eine S\u00fcddeutsche! Allerdings nur ein paar Seiten davon. Egal, ich \u00fcberflog den Inhalt und suchte nach der nackten Frau. Ach ne, falsche Zeitung.<!--more--> So ein Mist. Die Zeitung, die U-Bahn und ich, wir n\u00e4herten uns dem Odeonsplatz. Hier w\u00fcrde ich umsteigen m\u00fcssen. Der Gedanke, der mir kurz vor dem Anhalten im Kopf schwirrte, war der, ob ich die Zeitung mitnehmen sollte, oder darauf hoffen sollte, im n\u00e4chsten Zug wieder eine Zeitung zu finden. Schwierig, schwierig. Und der Zug kam interessant schnell zum Stehen, die T\u00fcren waren schon fast offen und ich hatte noch keine Entscheidung getroffen. Ihr merkt die Spannung. Ich nahm sie schlie\u00dflich mit, sowohl die Zeitung als auch die Spannung. Das sollte sp\u00e4ter noch meine Rettung sein, doch zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mich in Gefahr begeben w\u00fcrde. Okay, es ist zugegebener Ma\u00dfen gerade ein wenig \u00dcbertreibung im Blog.<\/p>\n<p>Ich wechselte also am Odeonsplatz die U-Bahn. Ich w\u00e4hlte einen angemessenen Platz, einen von denen im stoff\u00fcberzogenen Viererabteil und nicht so einen popeligen Holzstuhl. Um die Uhrzeit hat man ja freie Auswahl. Mir leicht schr\u00e4g gegen\u00fcber sa\u00df ein anderer Mensch, m\u00e4nnlich. An einer Haltestelle stieg pl\u00f6tzlich \u00fcberraschend und ohne Vorwarnung ein M\u00e4dchen im Minirock aus und ging z\u00fcgig durch das Sichtfeld meines schr\u00e4gen Gegen\u00fcbers. Ihm ging sie zu z\u00fcgig, weshalb er sich drehen musste um sie l\u00e4nger im Blickfeld behalten zu k\u00f6nnen. Als die Zugt\u00fcren wieder geschlossen waren pustete er ein langes &#8222;Wow&#8220; aus und sch\u00fcttelte dabei den Kopf. Ich fande das so urkomisch, dass ich wahnsinnig anfangen musste zu kichern. Lachger\u00e4usche konnte ich irgendwie unterdr\u00fccken, aber nicht mein Grinsen. Zum Gl\u00fcck hatte ich die rettende Zeitung dabei! Ich schlug sie auf Maximalgr\u00f6\u00dfe auf und versteckte mich dahinter.<\/p>\n<p>Eigentlich ist das alles voll langweilig was ich hier schreibe. Aber das ist bei Einleitungen immer so. In <em>Herr der Ringe<\/em> wird auch \u00fcber 40 Seiten lang beschrieben wie Legolas, Aragon und der Zwerg (ich kenne seinen Namen nicht) durch die Berge laufen und einfach nur laufen.<\/p>\n<p>Den H\u00f6hepunkt \u00fcberspringe ich mal. Man muss ja nicht alles verraten. Zum Abschluss fuhr ich noch ein bisschen Bus. Es war der letzte Bus diese Nacht. Wegen nicht n\u00e4her definierten Umst\u00e4nden stand mein Fahrrad eine Station vor der Bushaltestelle, wo ich eigentlich aussteigen m\u00fcsste, um optimal energieeffizient mein Domizil zu erreichen. Der Busfahrer war supernett und ich durfte mein Fahrrad einsammeln und gemeinsam, also der Busfahrer, das Fahrrad und ich, fuhren wir eine Haltestelle weiter. Sonst war niemand im Bus. Das war eine psychologisch interessante Situation! W\u00e4hrend der Fahrt hatte ich immer das Gef\u00fchl mit dem Fahrer ein Gespr\u00e4ch anfangen zu wollen. Oder anfangen zu m\u00fcssen. So genau kann ich das im Nachhinein nicht mehr unterscheiden. Wahrscheinlich ein bisschen von beidem. Doch wir wechselten kein Wort. Erst als der Bus wieder stand, fragte er: &#8222;Wo wohnst du?&#8220;.<\/p>\n<p>Das war unerwartet. Aber auch aufmerksam. In knappen S\u00e4tzen erkl\u00e4rte ich, dass mein jetziger Heimweg nicht mehr lang ist und dies wirklich die sinnvollste Stelle zum Aussteigen ist. Ich w\u00fcnschte eine gute Nacht und verlie\u00df den Bus. Aber mit einem seltsamen Gef\u00fchl im Bauch. Es l\u00e4sst sich schwer in Worte fassen. Am liebsten h\u00e4tte ich dem Fahrer meine ganze Lebensgeschichte erz\u00e4hlt, oder zumindest warum ich an einem Mittwoch um 2 Uhr in der Nacht Bus fahre. Es war irgendwie ein Gef\u00fchl das mir sagte, ich h\u00e4tte nicht weggehen sollen sondern, nunja, ratschen sollen! Ich f\u00fchlte, dass es der Busfahrer auch so wollte, doch mit meinem Fahrrad im Bus kam ich mir in einer unvertrauten Umgebung vor. Es war seltsam. Ich kann es nicht genauer beschreiben, au\u00dfer dass es selsam war. Ich h\u00e4tte bleiben und ratschen sollen.<\/p>\n<p>Unter sternenklarem Himmel fuhr ich das letzte St\u00fcck mit meinem Rad nach Hause. Morgen muss ich wieder um die gleiche Uhrzeit arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe sehr flexible Arbeitszeiten. Heute, oder eigentlich gestern, habe ich beispielsweise von 17:00 Uhr bis 00:45 gearbeitet. Die R\u00fcckfahrt von der Arbeit war ganz witzig, wovon ich euch singen und sagen will. Ich nahm die letzte U-Bahn und fand darin eine Zeitung. Es war sogar eine S\u00fcddeutsche! Allerdings nur ein paar Seiten davon. 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