{"id":3866,"date":"2012-09-01T12:14:19","date_gmt":"2012-09-01T11:14:19","guid":{"rendered":"https:\/\/acureus.com\/?p=3866"},"modified":"2012-09-01T12:14:19","modified_gmt":"2012-09-01T11:14:19","slug":"radreise-danemark-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.acureus.com\/?p=3866","title":{"rendered":"Radreise D\u00e4nemark 2012"},"content":{"rendered":"<p>Vor etwa 9 Monaten fragte mich Flip, ob wir nicht einmal eine Radreise unternehmen wollen. Da ich Fahrradfahren mag, die Idee mehr &#8222;Abenteuer&#8220; als der klassische Strandurlaub versprach und ein Radreisender ausserdem viel cooler als ein normaler Reisender ist, begann ich mit der Planung.<\/p>\n<p>Mein Vorschlag war, den Urlaub in D\u00e4nemark zu machen, weil D\u00e4nemark Ger\u00fcchten zu Folge sehr flach sein sollte, und die Zahl der Interessenten (zum Teil untrainiert) st\u00e4rker\u00a0 zunahm als erwartet. Ausserdem kann man als Startpunkt Flensburg w\u00e4hlen, welches sehr nahe an der d\u00e4nischen Grenze liegt. Dies vereinfacht die Buchung der Zugtickets &#8211; Autos kamen f\u00fcr 11 Fahrr\u00e4der nicht in Frage. Etwas abschreckend auf mich wirkten allerdings die H\u00f6chsttemperaturen im August &#8211; diese liegen bei 22-23\u00b0C, Durchschnitt bei 16-17\u00b0C.<\/p>\n<p><strong>Planung<\/strong><\/p>\n<p>Ab 6 Personen kann man den Gruppenticket-Service der Deutschen Bahn nutzen. Wir waren 11 Personen, was die Zugbuchung ziemlich erschwerte &#8211; es dauerte einige Wochen, bis alles geregelt war, da die Gruppenstelle der Bahn erst bei der Fahrradstelle anfragen muss, ob die Anzahl Fahrr\u00e4der f\u00fcr den speziellen Zug okay ist und wenn nicht, eine andere Route finden muss usw. Ab 10 Personen darf man nicht im Regionalverkehr mitfahren, daher musste unsere Gruppe auf der Hinfahrt aufgeteilt werden. Es empfiehlt sich daher als Gruppe, sich so fr\u00fch wie m\u00f6glich mit der Problematik Zug zu besch\u00e4ftigen. Auch sollte man keine waghalsigen Gep\u00e4ckl\u00f6sungen nutzen, da die Fahrr\u00e4der nur von Gep\u00e4ck befreit in den Zug gebracht werden d\u00fcrfen, und bei Umstiegen ein gewisser Zeitdruck herrscht.<\/p>\n<p>Wir hatten f\u00fcr jede Nacht einen Checkpoint mit vorher gebuchten \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten. Das hat den Vorteil, dass man sich keine Sorgen um ein trockenes Bett machen muss und weniger transportieren muss, aber den Nachteil, dass jeden Tag die geplante Strecke geschafft werden muss. Wir haben die \u00fcber D\u00e4nemark verteilten Danhostels genutzt, die mit 20-30 EUR pro \u00dcbernachtung zwar f\u00fcr Jugendherbergen eher teuer, f\u00fcr allgemeine D\u00e4nemark-\u00dcbernachtung aber g\u00fcnstig sind.<\/p>\n<p>Unsere finale Route war letztendlich Flensburg -&gt; Haderslev -&gt; Vejle -&gt; Horsens -&gt; Give -&gt; Vejen -&gt; Ribe -&gt; Tonder -&gt; Flensburg. Das sind realistisch etwa 450km Strecke, die wir in 8 Tagen zur\u00fcckgelegt haben.<\/p>\n<p><strong>Ausr\u00fcstung<\/strong><\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t unserer Ausr\u00fcstung war stark gef\u00e4chert. Bei den Fahrr\u00e4dern hatten wir sowohl Baumarktr\u00e4der, \u00e4ltere Stahlrandonneure und Citybikes, gep\u00e4cktauglich umger\u00fcstete Mountainbikes und Trekkingr\u00e4der aus dem Mittelpreissegment (1000 EUR). Alle Fahrr\u00e4der haben die Tour durchgehalten, wobei wir bei einem der billigeren Fahrr\u00e4der einen gebrochenen Fahrradst\u00e4nder und starke Korrosion im Innenlagerbereich zu verbuchen hatten. Von daher l\u00e4sst sich wohl sagen, dass bei einer kurzen Reise wie dieser jedes Fahrrad in Frage kommt.<\/p>\n<p>Bei den Fahrradtaschen sollte man allerdings nicht _zu_ sehr sparen; einer von uns hatte bei eBay Fahrradtaschen f\u00fcr ~1.50 EUR ersteigert, welche jeden Tag an anderer Stelle aufplatzten und gen\u00e4ht werden mussten. Vier von uns hatten die Vaude Karakorum, welche zwar nicht wasserdicht, daf\u00fcr aber sehr leicht zu beladen und ans Fahrrad zu befestigen sind. Diese sind bei einigen H\u00e4ndlern f\u00fcr 90 EUR zu haben.<\/p>\n<p>Kleidungsm\u00e4\u00dfig hatte ich das Wetter falsch eingesch\u00e4tzt, meine Funktionsshirts (welche \u00fcbrigens durch die schnelle Trockung wirklich hervorragend waren, genau wie Funktionssocken) waren h\u00e4ufig nicht warm genug, mit Vliesjacke wurde es dann zu warm.. ich habe mich h\u00e4ufig f\u00fcr die kalte Variante entschieden. Wirklich wichtig ist gute Regenkleidung &#8211; mein Poncho war zwar gut, sch\u00fctzte aber Hose und Schuhe nicht ausreichend. Eine Regenhose ist empfehlenswert, und der Teilnehmer mit den wasserdichten Gamaschen wurde oft beneidet. Generell kann ich schnelltrocknende Funktionskleidung an allen Stellen empfehlen, gerade bei der instabilen Wetterlage, die in D\u00e4nemark offenbar vorherrscht.<\/p>\n<p>An Reparaturzeug sollte man auf jeden Fall viel Flickzeug mitnehmen (Wir hatten um die 10 Platten), sowie einen Ersatzschlauch f\u00fcr jede Reifengr\u00f6\u00dfe und ein Kettenschloss. Letzteres habe ich eher der Vollst\u00e4ndigkeit halber mitgenommen, aber wir hatten tats\u00e4chlich einen Kettenriss.<\/p>\n<p>Bei der Plattenrate muss ich negativ den Continental TravelContact hervorheben &#8211; dieser Reifen ist eigentlich kein Billigreifen und wird als Weltreisereifen beworben, aber das Fahrrad mit diesen Reifen hatte vorne und hinten am meisten Platten (insgesamt 4). Allerdings bin ich selber den selben Reifen in Deutschland 2000km lang plattenfrei gefahren, jedoch nicht mit der gleichen Zuladung. Eventuell ist der Pannenschutz dem h\u00f6heren Gewicht nicht gewachsen?<\/p>\n<p>Wer unterwegs kochen will &#8211; wir hatten zwei Trangia-Sets, mit denen wir mobil kochen konnten. Das war ziemlich cool!<\/p>\n<p><strong>D\u00e4nemark<\/strong><\/p>\n<p>Wie man mit profundem geographischen Wissen anhand der Route oben erkennen kann, sind wir erst an der Ostseek\u00fcste D\u00e4nemarks gen Norden gefahren, dann bei Horsens nach Westen, und dann an der Nordseek\u00fcste zur\u00fcck. Soweit ich das mitbekommen habe gibt es keine ausgepr\u00e4gte Wegevernetzung in D\u00e4nemark, einige Touren f\u00fchren sehr lange an Autostra\u00dfen entlang; auf diesen sieht man dann vergleichsweise wenig. Das ist im Osten eher so als im Westen, wo man an den Deichwegen entlangfahren kann: Sehr zu empfehlen!<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: D\u00e4nemark ist nicht flach, im Gegenteil &#8211; es ist sehr h\u00fcgelig, nur sind die h\u00f6chsten Berge nicht sehr hoch. Man sollte also nicht darauf hereinfallen und sich auf viele Steigungen einstellen. Windtechnisch hatten wir allerdings keine Probleme.<\/p>\n<p>F\u00fcr Radfahrer ist D\u00e4nemark im Vergleich zu Deutschland ein Paradies. Im Osten sind breite Fahrstreifen f\u00fcr R\u00e4der reserviert, es gibt an jedem B\u00fcrgersteig alle paar Meter Teererh\u00f6hungen. Im Gegensatz zu DE wird man nicht hupend mit einem Meter Abstand \u00fcberholt; wir wurden immer mit _sehr_ viel Abstand \u00fcberholt und h\u00e4ufig wurde uns zugewinkt, zugejubelt oder bei Pausen wurde gefragt, ob man uns helfen kann. Wir hatten nur eine gef\u00e4hrliche Situation mit einem Auto beim Linksabbiegen, und das war ausgerechnet mit einem Polizeiauto! Das wurde zwar mit einem b\u00f6sen Blick seitens der Polizisten quittiert, sonst ist aber nichts passiert.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist D\u00e4nemark tats\u00e4chlich teurer als Deutschland, und &#8211; besonders f\u00fcr Besitzer eines 1.5-Liter-Flaschenhalters &#8211; die Flaschenstandardgr\u00f6\u00dfen sind 500ml und 2 Liter. Es hat lange gedauert, bis ich eine Flasche 1.5-Liter-Wasser fand, und diese kostete umgerechnet 3 EUR! Daf\u00fcr ist Sojaso\u00dfe billig. ;D<\/p>\n<p>Das Essen in Restaurants ist sehr fleischlastig; es gibt kaum bis gar keine Gerichte ohne Fleisch. Unseren zwei Vegetariern wurde jedoch auf Anfrage ein eigenes vegetarisches Gericht kreiert &#8211; im Zweifel kann man also einfach nachfragen. Das Englisch der D\u00e4nen, die uns begegnet sind, war exzellent.<\/p>\n<p>Wir hatten \u00fcbrigens trotz ungleichm\u00e4\u00dfigem Trainingsstand bis auf eine Ausnahme keine Probleme, die Strecke zu schaffen. Nur ein Mitfahrer, welcher sonst fast kein Fahrrad f\u00e4hrt, ist auf zwei Strecken auf Bus umgestiegen, was ohne weitere Probleme m\u00f6glich war. Man sollte allerdings 6-8 Stunden Zeit f\u00fcr die Strecke einplanen, weil es h\u00e4ufig kleine Pausen gibt (bei kleineren Gruppen vermutlich weniger h\u00e4ufig), Leute einen Berg nicht hochkommen und schieben, Schl\u00e4uche geflickt oder Essen gekocht werden muss. Im Nachhinein war es nicht sinnvoll, keinen Ruhetag einzulegen; dadurch wurde man mittelfristig sehr ersch\u00f6pft, was dann auf Kosten des Reiseerlebnis ging. Eventuell sollte man an jedem (interessanten) Checkpoint einen Ruhetag einlegen; dann sieht man auch etwas von den St\u00e4dten.<\/p>\n<p>Alles in allem ein interessanter Urlaub mit einer interessanten Urlaubsform, die ich gerne irgendwann wiederholen w\u00fcrde!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor etwa 9 Monaten fragte mich Flip, ob wir nicht einmal eine Radreise unternehmen wollen. 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